Ab nach Dadhikot

Schwarze Auspuffwolken, die die Frontscheibe vernebeln und uns kurzzeitig die Sicht nehmen, nervtötende Hupen, die uns im zwei Sekundentakt zusammenschrecken lassen; all das lassen wir hinter uns in Kathmandu und begeben uns auf den Weg nach Dadhikot ins Kathmandu Tal. Hier ist der größte Unterschied die ländliche Stille, die wir herzlich begrüßen.

Kathmandu

Kathmandu

Nepal08

ländliche Region im Kathmandu Valley

Als wir an der Schule von Frau Vöhringer ankommen, scheinen die Nepalis von überall her zu kommen. Allen voran kommt Didi auf uns zu gestürmt, die kleine Nepalesin, die in der nächsten Woche für uns kochen wird. Sie übergeben uns selbst gebastelte Blumensträuße und bieten uns sofort Tee und einen Platz zum Sitzen an.

Während wir Tee trinken ziehen dunkle Wolken über den Himmel, aber in naivem Optimismus begeben wir uns nach dem Austrinken direkt auf den Weg in das Dorf Patankol, in dem die meisten Häuser zerstört worden sind und für das unser Workshop hauptsächlich ausgelegt ist. Keine fünf Minuten im Dorf klatschen die ersten Tropfen in unsere Nacken. Von unserer Überdachung aus können wir schon ein paar Plätze begutachten, wo ehemals Häuser gestanden hatten und auch in dem Haus, in dem wir nach einer halben Stunde Trockenheit suchen, können wir die Baukultur zum ersten Mal kennen lernen. Aber vor allem sind wir nass und der kalte Wind und immer stärker werdender Regen machen uns keine Hoffnung noch weitere Teile des Dorfes an diesem Tag zu besichtigen.

Am nächsten Tag hat der Regen glücklicherweise aufgehört und in Begleitung eines Lehrers besuchen wir die Häuser, welche komplett neu gebaut werden müssen. Innerhalb von drei Stunden werden Häuser und die Englische Privatschule des Lehrers abgeklappert, Konversationen geführt, bei denen man nur hoffen kann, dass von dem Gemeinten auch die Hälfte so beim Gegenüber angekommen ist (Kommunikation mit Nepali ist sehr viel schwieriger als erwartet).

Wieder in der Schule setzten sich unsere vier Köpfe zusammen und diskutieren, argumentieren, planen, schreiben Mails und telefonieren bis wir vollgesaugt mit Informationen und nicht mehr aufnahmefähig sind. Die Augenlieder sind schwer wie Blei und bevor wir uns ins Land der Träume verabschieden, hofft jeder von uns, dass wir alles in unserer Macht stehende an diesem Tag getan haben, um den Workshop vorzubereiten und uns um Folgeprojekte zu kümmern.

Das Klappern der Teller von Didi in der Küche ist das erste Geräusch, was wir am Morgen wahrnehmen (obwohl es für uns noch mitten in der Nacht ist; viele Nepali stehen gegen halb fünf auf). Nach einem stärkenden Frühstück bestehend aus Roti, Tee und Liebe setzen wir uns zusammen und lassen unserer Kreativität freien Lauf. Wir brauchen Modelle! Denn allein mit Worten werden wir unsere Inhalte nicht so gut vermitteln können.
In unserer kurzen Mittagspause findet Victor einen abgeschlossenen Raum mit Wasserhahn, der uns ein bisschen Privatsphäre beim „Dus chen“ bietet. Er berichtet es uns mit großer Begeisterung. Wir hatten schon befürchtet uns bei freier Sicht auf den Hof einen Eimer Wasser über den Kopf schütten zu müssen, in der Hoffnung, dass in diesem Moment nicht jemand vorbei läuft.
Da gerade Feiertage in Nepal sind, ist die Schule leider sehr verlassen, aber ein paar Kinder sind trotzdem da und spielen im Hof und helfen der fleißigen Didi beim Spülen und Putzen.
Morgen wird es belebter, wir erwarten den Besuch unserer Projektpartnerin Astrid Vöhringer – sofern es genug Benzin gibt.

Ruine vom Erdbeben

Ruine vom Erdbeben

Dorf

Dorf

Nepal05

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