Berge, Bäche, BRABAL

Sechs bis acht Stunden entfernt von Kathamndu, auf 2400 Metern Höhe, 32 Haushalte plus einige Freiwillige aus Deutschland und der Schweiz; das ist Brabal!

Das, was wir mit bloßem Auge während der Jeepfahrt, die eher einer sehr ruckeligen Achterbahnfahrt gleicht, noch wahrnehmen können, ist atemberaubend. Die Berge schießen in die Höhe und lassen zwischen sich nur wenig Platz für Täler und Flüsse. Der Anblick erinnert an ein Bild aus dem Märchenbuch und die lange Anreise hat sich schon gelohnt. Wir sind begeistert und hochmotiviert, voller Tatendrang.

Aussicht von Brabal

Nach dem stundenlangen auf und ab gehüpfe dürfen wir uns gezwungenermaßen die Beine vertreten, auf einer zweistündigen Wanderung mit einigen Höhenmetern. Verschleiert von dem Nebel der Dämmerung ereichen wir unser Ziel Brabal (das Heimatdorf des Nepalesen Temba, der seine eigene Trekking Agentur und gleichzeitig die Hilfsorganisation Sunaulo Sansar leitet).
Wir werden mit offenen Armen und vor allem großen Mengen von leckerem Essen empfangen.

Am nächsten Morgen geht es dann aber ran an den Speck. Wir bombadieren Temba mit all unseren Fragen von selbsterstellten Fragebögen, bis wir die ganze Munition verpulvert haben. Das „Interview“ erfolgt mit Blick auf den Himalaya, es lässt sich leben. Anschließend wollen wir dann nicht immer nur reden, sondern rein ins Geschehen! In unserem Fall rein in den Müll. Wir besuchen gemeinsam mit Temba beinahe jedes Haus im Dorf und nehmen Notizen zu der Art des Mülls (also das Material), die Zeitspanne in der der vorhandene Müll produziert wurde und wie viele Menschen daran beteiligt waren. Erstaunt bemerken wir, dass einige der Haushalte bereits Mülleimer oder zu mindest Müllsäcke benutzen. In Nepal keinenfalls selbstverständlich! Temba hat erst ein paar Tage vor unserer Ankunft einige Mülleimer ins Dorf gebracht und den Dorfbewohneren die Notwendigkeit einer Müllsammlung für eine anständige Müllentsorgung nahegelegt. Die Standortbesichtigung für die angedachte Müllverbrennungsanlage verschieben wir auf den nächsten Tag, denn jetzt gibt es erstmal Mittagessen mit den anderen Voluntären.

Vinzenz untersucht die Materialien im ganz neu angebrachten Mülleimer

Vinzenz untersucht die Materialien im ganz neu angebrachten Mülleimer

Am Nachmittag schauen wir uns noch die aktuelle Wasserversorgung des Dorfes an. Die Quelle liegt in Mitten des Dschungels und unsere Erkundungstour erfolgt ganz nach dem Motto: Wo noch kein Weg ist, da wird einer gemacht. Und zwar von unseren mit der Dschungelflora noch nicht allzu vertrauten europäischen Füßen, die deshalb auch ab und an mal im Schlamm oder Bach landen, während die Locals in viel zu lockeren Schlappen gekonnt von Stein zu Stein hüpfen, ohne auch nur einmal das Gleichgewicht zu verlieren. Es ist auf jeden Fall abenteuerlich! Besonders Bewunderswert ist eine Wasserleitung, die über eine Schlucht gelegt ist, und einfach nur aus einem geschnittenen und ausgehöhltem Baumstamm besteht. Laut Temba ist das System nach dem Erdbeben recht unzureichend und es muss ein neues Leitungssystem und ein neuer Speicher her, wenn irgendwie möglich inklusive eines Filtersystems.
Besonders in der Monsunzeit erkranken viele Menschen aufgrund der schlechten Wasserqualität. Ein Grund dafür sind die Yaks: Diese treibt es verstärkt zu den Quellen. In der Folge wird das Quellwasser mit Krankheitserregern verunreinigt, von dem dann ein Bergdorf (z.B. Brabal) seine gesamte Wasserversorgung abzwackt – natürlich ohne Filter.
Wir sehen, Sie sehen, es besteht eine Menge Potential.

Dschungelexpidition mit heiklen Kletterabschnitten und die Wasserleitung aus einem Baumstamm

Dschungelexpidition mit heiklen Kletterabschnitten und die Wasserleitung aus einem Baumstamm

Der Abend klingt aus, indem wir von den anderen Freiwilligen beim Abendessen beigebracht bekommen, was „genug“ und „satt“ auf Nepali heißt. Bei den gastfreundlichen Nepali funktionieren diese Zauberworte allerdings nicht immer. Am Lagerfeuer bringen uns die Nepali noch ihren lokalen Tanz und die passenden Lieder dazu bei bevor alle geschafft in ihre Zelte krabbeln.

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